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Theresa Murke, WLH Studentin Gesundheitsmanagement

Das erste Mal als klar wurde, dass er Probleme hat, war, als er sie vor all ihren Freunden fertig machte, nur weil sie ihr Profilbild geändert hatte – von einem Pärchenbild zu einem Bild mit ihrer besten Freundin. Damals war das für sie eine Kleinigkeit, sie hatte nicht nachgedacht. Heute hat er ihre Sicht so sehr verändert (oder sollte man sagen: ihr eine Gehirnwäsche erteilt?!), dass ein Profilbildwechsel, ein Post ohne ihn, ein Like von einem Anderen, ein „hi wie gehts?“ mit einem Mann, drei Tage nichts machen, ein „ich habe heute leider keine Zeit“ Auslöser für Riesen- Streitigkeiten sind. Streit, der so weit geht, dass ein „ok dann beenden wir es jetzt“ nur noch eine sie langweilende Floskel geworden ist. Ist sie abgestumpft geworden oder ist es purer Selbstschutz durch Distanz?! Oder nimmt sie es einfach nicht mehr ernst, weil es schon zu oft vorkam? Denn natürlich wäre es ihr alles andere als egal, wenn die Beziehung zu Ende wäre. Sie liebt ihn. Er weiß im Nachhinein genau, wann er sich entschuldigen muss. Am Anfang hat sie diese Entschuldigungen noch ernst genommen. Heute fragt sie sich, warum er überhaupt etwas macht, was ihm dann leid tun muss.

Der Punkt, als sie gemerkt hat, dass er nicht nur sich mit seiner krankhaften Art kaputt macht, sondern auch sie, war da, als ihre Mutter sie gefragt hat, was nur aus ihr geworden wäre. Ihr Leben war geleitet von Angst. Angst vor neuem Streit, weil sie 10 Minuten nicht auf seine Nachrichten geantwortet hat. Dass er ein paar Minuten später wieder vor der Tür stehen würde, obwohl sie doch einfach Zeit für sich braucht. Doch Zeit für sich ist nicht drin, wenn der Partner nicht alleine sein kann. Als der 1.000.000te Streit kam, war sie trotzdem schockiert, weil er handgreiflich wurde. Man hat ja doch immer Hoffnung. Doch das war zu viel und sie trennte sich von ihm. Er rannte mit dem Kopf gegen die Tür bis er bewusstlos wurde…

Wie handelt man, wenn man Angst um seinen Liebsten hat? Ist sie schon ko-abhängig?!

Heute steht sie immer noch an seiner Seite, unsicher ob sie stark genug ist, seine Persönlichkeit zu tragen. Will man denn nicht immer, dass es dem Anderen gut geht und sollte man nicht versuchen zu helfen? Aber wie weit … Wie weit wird es gehen? …

Er schlägt mich – aber ich bin da für ihn

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