Das Team des Ruby Cup

Im Herbst 2014 hatten wir vom Team Ruby Cup die Ehre, den Wilhelm Löhe Preis zu gewinnen. Den Preis haben wir für unser firmengesellschaftliches und soziales Engagement im Bereich Gleichstellung von Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern bekommen. Ruby Cup ist ein international preisgekröntes Social Business. Das heißt, es handelt profitorientiert und ethisch zugleich. Das Unternehmen ist sich bewusst, eine gesellschaftliche Verantwortung zu haben und strebt an, die Welt durch unternehmerisches Handeln zu verbessern. Wie machen wir das?

Wir haben eine Vision, die Frauenhygiene weltweit zu verbessern. Warum genau die Frauenhygiene? Um das zu verdeutlichen, werden wir jetzt „reinzoomen“ in einen Slum in Kenia namens Kibera.

Kibera ist der größte Slum Ostafrikas, und dort lebt Annet Shilao. Anett Shilao ist 15 Jahre alt, sie ist halb Waise, da ihre Mutter aufgrund der HIV/AIDS Epidemie verstorben ist. Jeden Monat bekommt Annet jetzt neuerdings ihre Regel, doch häufig hat sie nicht genug Geld zur Verfügung, um sich Tampons oder Binden zu leisten. Diese Produkte sind für sie und ihre Familie schlichtweg zu teuer. Denn in Kenia kosten Binden und Tampons so viel wie in Deutschland bei viel geringerer Kaufkraft. In Kenia und anderen Entwicklungsländern sind Binden und Tampons daher Luxusprodukte, und nur die „Reichen“ können sich Menstruationsprodukte leisten. Aus Angst durchzubluten und sich in der Öffentlichkeit zu blamieren, bleibt Annet während der Regel zu Hause und geht nicht zur Schule.

Anett ist kein Einzelfall. Für Millionen von Mädchen und Frauen weltweit ist die Menstruation ein Alltagsproblem. Der Mangel an sicherer Menstruationshygiene und die mangelnde Aufklärung führen häufig zu Schulabbrüchen und gesundheitlichen Problemen. Nachdem in Kenia die Schulpflicht eingeführt wurde, hat die UN einige Jahre später erkannt, dass viele Mädchen aufgrund ihrer Regel, bis zu 20% der Schulzeit verpassen.

Häufig benutzten Frauen und Mädchen alte Stoffe, um sich zu schützen. In manchen Fällen auch Socken oder Stücke der Matratze. In anderen Fällen benutzen sie Ziegenhaut, Hühnerfedern oder getrocknete Rinde. Im besten Fall sind diese Materialien unangenehm zu tragen und beschweren das Gehen. Im schlimmsten Fall führen diese Materialien zu Infektionen im Intimbereich. Im Falle von Annett und anderen Mädchen führt die Situation zu temporären Schulabbrüchen und einem Bildungsdefizit. Dies fördert natürlich die Bildungsungleichheit von Mädchen und Jungen in der Schule.

Darüberhinaus sind in vielen Gesellschaften Tabus und Mythen um das Thema stark verankert, sodass z.B. in manchen Gegenden Nepals Frauen während ihrer Regel bei den Ziegen schlafen müssen, weil sie als unrein gelten. Mehr hier: http://www.ruby-cup.com/de/blog/schonmal-von-chaupadi-gehoert-menstruation-in-nepal/

Und sogar in einigen Industrienationen gilt die Regel immer noch als unrein. In Japan verwehrt man z.B. an einigen Orten Frauen professionell Sushi zuzubereiten, weil angeblich ihre Hände während der Menstruation zu warm sind und den Fisch verderben. Mehr hier:

http://www.ruby-cup.com/de/blog/koennen-frauen-professionell-sushi-zubereitencan-women-become-sushi-chefs/

Ruby Cup setzt sich dafür ein, dass kein Mädchen und keine Frau dieser Welt aufgrund ihrer Monatshygiene benachteiligt ist. Unsere Initiative spendet Ruby Cups an Mädchen in Kenia, Uganda und Nepal. Ruby Cup ist eine Alternative zu Binden und Tampons, die sich über Jahre weiterverwenden lässt. 1 Ruby Cup hält sich 10 Jahre, sodass Mädchen wie Annett 10 Jahre lang ohne regelbedingte Fehlzeiten zur Schule gehen können. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisation, wie dem Roten Kreuz oder Femme International in Kenia, verteilen wir Ruby Cups vor Ort und stellen sicher, dass die Mädchen ausreichend über die Anwendung informiert sind.

International gewinnt das Thema Frauenhygiene immer mehr Aufmerksamkeit, sodass Melinda Gates erst kürzlich auf ihrer Facebook Seite schrieb: “Menstrual Cups can be a life changer for girls and women in Africa”.  Und es ist schön, dass an vielen Orten inzwischen Initiativen aus dem Boden sprießen, die sich für Mädchen in dem Bereich einsetzen.

Kurgefasst gesagt: Kein Zugang zu Menstruationshygiene ist eine erhebliche Einschränkung der Menschenwürde und führt zu sozialer Ausgrenzung, zu Schulabbruch und gesundheitlichen Problemen, die nicht nur Mädchen und Frauen betreffen, sondern die Gesellschaft als ein Ganzes. Dies versucht Ruby Cup durch das “Buy One Give One” Verkaufsmodell zu verbessern und verbindet somit ethisches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung mit unternehmerischem Handeln.

Vision Ruby Cup: Wirtschaftlichkeit und moralisch Erfolgreich für Frauen in Afrika u.a.
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