Richtiges Verständnis von Inklusion?

von Johannes Nothelle und Johannes Schroers
Gymnasium Kirchhellen

Inklusion ist in der heutigen Gesellschaftsordnung ein oft gehörter Begriff. Doch für die meisten steht hinter diesem Begriff primär geeignete Einrichtungen für behinderte Menschen zur problemlosen Teilnahme am täglichen Leben. Doch Inklusion besteht nicht nur aus Aufzügen und Behinderten-WCs sondern vielmehr aus der sozialen Integration. So sind zum Beispiel physisch oder psychisch behinderte Schüler, trotz Hilfseinrichtungen, meist nicht wirklich in Schülergemeinschaft integriert, in Extremfällen sogar Außenseiter. Hier beginnt die wirkliche Inklusion, so sollten Unterschiede von der Schulgemeinschaft respektiert und Gemeinsamkeiten gesucht werden. Nach diesem Ansatz kann jeder Schüler handeln und somit zu einer wirklichen Inklusion beitragen. Dieses Handeln erscheint in unseren Augen als ein Grundgedanke des Lebens in einer Gemeinschaft. Er sollte zugunsten einer besseren Inklusion von jedem geachtet werden. Hieraus resultieren auch Vorteile für jeden  Menschen, die lernen mit anderen umzugehen und mit ihnen zu interagieren. In der Zukunft wird es Vorteile am Arbeitsplatz bieten schon einmal mit Behinderten Kontakt gehabt zu haben.

Menschenversuche – Moralisch vertretbar ?!

von Johanna Josten, Lena Bußmann & Lena Voidel
Gymnasium Kirchhellen

Schon in der Zeit des Nationalsozialismus war es üblich, unmenschliche, grausame Experimente an geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen zu vollziehen. Schon lange sind diese haarsträubenden Experimente verboten. Heutzutage wird diese Menschenrechtsverletzung aber immer wieder diskutiert. Forschungen an Behinderten könnten heute mit Verweis auf Peter Singer gerechtfertigt werden. Er beschreibt sie als „Angehörige der Spezies”. Jedoch sind sie für ihn „keine Personen”. Seiner Meinung nach „hat ihr Leben keinen Wert”. Menschen mit schwerer geistiger Beeinträchtigung können nach ihm „wegen irreversibler geistiger Behinderungen niemals rationale, selbstbewusste Wesen sein” (Peter Singer: Praktische Ethik. Reclam, Stuttgart 1994. S.136-233). In seinem aus unserer Sicht gefühlskalten Text hält Singer sich sehr am Utilarismus fest. Ist dies jedoch ethisch vertretbar?

Inhumane Versuche an Menschen, egal ob beeinträchtigt oder nicht, halten wir für moralisch höchst verwerflich. Insbesondere deswegen, weil diese Individuen sich weder dagegen wehren können noch Schuld an ihrer Beeinträchtigung tragen. Rücksichtslose medizinische Tests an ihnen sprechen ihnen die Würde als Menschen und das Recht auf Selbstbestimmung ab. Und ist nicht die Würde des Menschen nach unseren gesellschaftlichen Idealen unantastbar? Ist nicht jeder laut unserem Gesetz mit gleicher Würde zu behandeln? Wie kann es dann dazu solchen fanatischen Gedanken kommen? Das ist für uns nicht nachvollziehbar.

Kein menschliches Leben hat ein Recht darauf, ein anderes als minderwertig zu beurteilen. Man sollte Menschen mit Behinderung überhaupt nicht diskriminieren, sondern sie viel eher integrieren.  Diskriminierung ist ein weitreichender Teil unseres alltäglichen Lebens, jedoch sollte man Beeinträchtigung nicht als Nachteil und abwertende Andersartigkeit ansehen, sondern eher als Besonderheit zählen, die auch eine Bereicherung für die Gesellschaft sein kann. Jeder Mensch ist anders und anders sein ist nicht negativ. Gott hat jedem Menschen seine Individualität gegeben, und diese Individualität sollte von jedem einzelnen respektiert und akzeptiert werden.

Menschenrechte für Behinderte?

von Hendrik Miserre , Linus Liesenklas,  Philipp Schlathölter und Miguel de Farias Cascudo Filho
Gymnasium Kirchhellen

In unserer modernen Gesellschaft werden körperlich und geistig Behinderte mehr respektiert als früher, aber woher kommt der plötzliche Wandel? Viele Menschen denken immer noch anderes bzw. schlechter über Behinderte. Sie halten sie für die Gesellschaft als wertlos und zusätzlich als Belastung, da sie oft mit Steuergeldern finanziert werden müssen und in vielen Fällen keinen wirtschaftlichen Nutzen für die Gesellschaft darstellen. Allerdings ist diese Sicht auf diese Benachteiligten vollkommen veraltet und ethisch nicht vertretbar. Kein Mensch, behindert oder nicht, darf aufgrund seiner Behinderung rechtlich oder moralisch untergeordnet und oder in seiner körperlichen Unversehrtheit gefährdet werden. Aus kirchlicher Sicht besteht das Menschsein aus einer vorbehaltlosen Anerkennung, die er durch Gott erhält. Es ist nicht durch bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten exklusiv definiert. Aus diesem Grund sind Menschen mit Behinderung keine Belastung, sondern eine Bereicherung für die Gesellschaft in ihrem Sein und ihrem Handeln. Selbst die Geschichte Jesu gleicht der Erfahrung vieler behinderter Menschen, verstoßen und verurteilt zu werden, weil er anders war.

Durch diese Erkenntnisse kam es bei uns bei vielen Menschen zu einem Wandel ihrer Meinungen. Und trotz der besonderen Herausforderungen, die die Gesellschaft zu meistern hat für ein menschenwürdiges Leben der Menschen mit Behinderung denkt ein Großteil inzwischen positiver über Behinderte und konfrontiert sich mehr mit den Beschwerden, die eine Behinderung mit sich bringt. Es wurden bereits Möglichkeiten geschaffen, behinderte Menschen durch Inklusion in die Mitte der Gesellschaft zu stellen. In Deutschland gibt es mittlerweile viele Institutionen, die  bereits behindertengerecht, d.h. beispielsweise mit Aufzügen, Rampen oder speziellen sanitären Einrichtungen, ausgestattet sind. Manche Probleme bleiben aber noch.

Eine weitere Schwierigkeit stellt der Vorschlag dar, medizinische Experimente an behinderten Menschen durchzuführen, mit dem Ziel, die Forschung voranzutreiben. Verfechter dieser Position begründen das Vorhaben mit dem Fehlen des gesunden Menschenverstandes ihrer Probanden, sowie mit dem Vergleich zu einer leeren Hülle. Diese Ansicht kann nur als menschenverachtend beschrieben werden und ist aus staatlicher Sicht verboten. Letztlich bleibt nur zu sagen, dass behinderten Menschen in jedem Fall die gleichen Menschenrechte zu Teil werden sollten wie den sogenannten „normalen“ Menschen.

Theologie der Befreiung für Menschen mit Behinderung!?
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