Michael Stiegler/ Johannes Halser/ Miriam Strohm, WLH-Studenten im Studiengang: Management im Gesundheits- und Sozialmarkt

Noch nie war das Thema Integration so heiß umstritten wie dieser Tage. Gerade jetzt, wo immer größere Flüchtlingsströme aus den Kriegsgebieten wie Syrien oder dem Irak nach Europa drängen, entflammt immer wieder ein heftiger Diskurs über die rasant wachsende Zahl der Ausländer in Deutschland. Wenn man jedoch auf die Geschichte der letzten 70 Jahre zurückblickt, wird man feststellen, dass Ausländer in Deutschland nichts Neues sind. Ohne die Arbeitsmigranten in den 50er Jahren wäre das durch den 2. Weltkrieg zerstörte Deutschland niemals so schnell wieder auf die Beine gekommen. Viele Türken, welche mit circa 2,5 Million die größte Gruppe der Migranten darstellt, leben heute schon in der 2. oder 3. Generation hier in Deutschland. Die meisten sind hier geboren und aufgewachsen und besitzen einen deutschen Pass. Fast alle Ausländer kommen, abgesehen von den Flüchtlingen, hierher, um zu arbeiten. Die Zeiten, zu denen es sich bei Arbeitsmigranten um einfache Gastarbeiter handelte, sind vorbei. Vielmehr wirbt Deutschland jetzt um gut ausgebildete ausländische Fachkräfte. In Zeiten des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels in Deutschland sind wir deshalb immer mehr auf Migranten angewiesen.

Dennoch lässt die Akzeptanz gegenüber unseren ausländischen Mitbürgern in weiten Teilen Deutschlands immer noch sehr zu wünschen übrig. Rechtes Gedankengut und Ausländerhass liegen leider im Trend. Fremde Menschen, mit für uns vielleicht eigenartig wirkenden Kulturen und Religionen, wirken abschreckend und mangelnde Integration grenzt diese Menschen von vorneherein von der Gesellschaft aus.  Und gerade deshalb ist Integration DAS Thema dieser Tage.  Denn anstatt mit dem Finger auf diese oftmals isoliert lebenden Leute zu zeigen, sollte wir lieber offen auf sie zu gehen. Viele Ausländer fühlen sich, wenn sie nach Deutschland kommen, alles andere als Willkommen, denn Ausländerhass, Abneigung und gesellschaftliche Ausgrenzung gehören zu ihrem Alltag und macht es ihnen sehr schwer, sich in Deutschland zu integrieren. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, die sich gar nicht richtig integrieren wollen und sich kategorisch der deutschen Kultur abwenden. Aber diese Gruppe von Migranten stellt eindeutig eine Minderheit dar.

Um dem Problem der mangelnden Integration von vielen Ausländern entgegen zu wirken, sind seitens der Politik viele Maßnahmen erforderlich. Oft sind Migranten ihre Wurzeln und ihr Ursprungsland sehr wichtig. Um diesen Wurzeln Bestand zu verleihen, ist die Akzeptanz einer doppelten Staatsbürgerschaft eine gute Lösung. Denn somit „verraten“ sie ihren Ursprung nicht, können sich aber mit einem deutschen Pass trotzdem deutsch fühlen und sich hier leichter integrieren. Außerdem sind Sprachkurse unabdingbar, denn für eine gelungene Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache von ausschlaggebender Bedeutung. Durch kostenlose und geförderte Sprachkurse würden große Barrieren der Integration wegbrechen. Die Aufklärung von Migranten, aber auch das Lehren der deutschen Sprache für Kinder ist enorm wichtig. Speziell dafür geschultes Personal könnte hier Grundsteine für eine gelungene Integration legen.  Aufklärung braucht es aber auch in der deutschen Gesellschaft. Durch Kampagnen und Initiativen sollte mehr auf das Thema Ausländerhass aufmerksam gemacht werden und durch gemeinsame Projekte die Angst voreinander genommen werden. Beidseitiger Dialog ist hier von großer Bedeutung. Doch das ist nicht nur Aufgabe der Politik. Hier muss sich jeder selbst „an die Nase fassen“ und kann mit einer offenen Haltung gegenüber Migranten schon eine Veränderung bewirken. Es liegt ganz einfach auch an unserer eigenen Einstellung und ob wir uns gezielt gegen Ausländerhass aussprechen.

Integration von Migranten
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