Awesta Starck, WLH-Studentin im Studiengang: Management im Gesundheits- und Sozialmarkt

Schon seit der Gründung des „Islamischen Staates“ 2003 schockt die Terrororganisation durch Bombenanschläge, Massenmorde, Versklavung und öffentlichen Hinrichtungen von Männern, Frauen und sogar Kindern die Welt.

Das alles mit dem Ziel, einen islamistischen Gottesstaat, ein sogenanntes Kalifat, in dem ein Kalif herrscht, zu errichten. Dahinter steckt das Bestreben, einen Staat mit einseitigen und brutalen Auslegungen des islamischen Rechts zu errichten. Gleichzeitig versuchen die Extremisten der sunnitischen Glaubensrichtung des Islams die ganze Welt mit einem Terrorkrieg zu unterdrücken und somit die westliche Welt zu vernichten. Dieses Vorhaben hat nun vor kurzem durch den Anschlag am 09.04.2015 ein neues Ausmaß erreicht. Die Terroristen haben durch einen Hackerangriff auf den französischen Sender „TV5 Monde“ einen wunden Punkt der westlichen Welt ausgemacht. Der Sender wurde zunächst lahmgelegt, um dann Propaganda der Terrormiliz „Islamischer Staat“  zu verbreiten.

Die Attacke an sich ist auf den ersten Blick im Vergleich zu den skrupellosen Taten der Terroreinheit milde. Es wurde bei dem Angriff zwar „nur“ das Recht auf Meinungsfreiheit untergraben. Was allerdings noch viel schlimmer ist: Es wurden Privatdaten von französischen Soldatenfamilien auf der gehackten Internetseite veröffentlicht. Des Weiteren drohte der IS, die Angehörigen dieser Familien zu ermorden, falls Frankreich weiter gegen die Terrorgruppe kämpfe.

Es stellen sich mir nun einige Fragen. Wie konnten die Terroristen den Sender hacken? Wie sind Sie an die Daten der Soldatenfamilien gelangt? Und die für mich erdrückendste Frage: Was kommt als nächstes? Laut Terrorismusforschern wäre das erst der Anfang. Die nächsten Angriffe könnten Elektrizitätswerke, Trinkwasserversorgungen, die Flugüberwachung oder Atomkraftwerke treffen. Die verheerenden Folgen solcher Taten sind unvorstellbar.

Leider unterschätzt der Westen diese Gefahren immer noch. Dieser Angriff offenbart den Leichtsinn der westlichen Regierungen, der vor dem Hintergrund der Digitalisierung in nahezu allen Lebensbereichen fast schon selbstmörderisch ist.

Die Vorzüge von Hackerangriffen für Terroreinheiten sind jedenfalls offensichtlich: Sie bieten  ihnen Anonymität, sie können unerwartet aus dem Hinterhalt angreifen und mit wenig Aufwand viel erreichen.

Dass dieses Problem schon länger bekannt ist, wird am IT-Sicherheitsgesetz deutlich. Das Gesetz, das derzeit den Bundestag durchläuft, fordert lediglich einen Mindeststandard für IT-Sicherheit und eine Meldepflicht für IT-Angriffe bei kritischen Infrastrukturen wie z.B. bei der Energie- oder Gesundheitsversorgung.

Dies scheitert allerdings derzeit noch an Einwürfen der Wirtschaftslobby, die eine Meldepflicht für geschäftsschädigend hält und eine Ungleichheit zwischen verschiedenen Unternehmen kritisiert.

Bei allem Verständnis für die Sorgen der Wirtschaft sollte in diesem Fall die Sicherheit der Menschen im Vordergrund stehen und nicht gewartet werden, bis wir die Mängel unserer IT-Sicherheit durch Katastrophenmeldungen aus den Medien erfahren müssen.

 

Quellen zum Vgl.:

http://www.welt.de/politik/ausland/article139347028/Alle-Raeder-stehen-still-wenn-der-IS-das-will.html

http://www.sueddeutsche.de/digital/angriff-auf-tv-monde-cyberkrieg-ist-der-neue-guerillakrieg-1.2427489-2

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article139350472/Gekaperte-Fernsehsender-sind-erst-der-Anfang.html

www.heise.de/newsticker/meldung/Besserer-Schutz-sensibler-IT-Systeme-Kritik-an-Gesetzesplaenen-2581645.html

Cyber-Dschihad! Was kommt als nächstes?
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Ein Gedanke zu „Cyber-Dschihad! Was kommt als nächstes?

  • 6. Juni 2015 um 13:09
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    Das ist ein sehr mutiger Beitrag, der seine Aktualität leider Tag für Tag aufs Neue beweist! Gratuliere!

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