WLH Studenten des Kurses „Ordnungsethik des Sozialstaats“

WLH Studenten des Kurses „Ordnungsethik des Sozialstaats“ haben gemeinsam eine Stellungnahme zum „IS“-Terror erarbeitet. Hingewiesen wird auf damit verbundene Gefahren für den sozialen Frieden. Ebenso werden Handlungsoptionen benannt.

Sehen
Wir sehen eine Form des Terrors, die auch jeden Unbeteiligten trifft. Wir sehen auf westlicher Seite Trauer, Fassungslosigkeit, Wut, Unsicherheit und Angst.

Urteilen
Der so genannte IS antwortet mit diesen Morden auf Luftschläge der Franzosen in Syrien. Zugleich verfolgt er einen Krieg gegen die freiheitliche Gesellschaft und ihre Lebensform. Es handelt sich um eine vermeintliche „Missionierung“ mit den Mitteln des Terrors. Das Töten der ‚Anderen‘ wird ideologisch gerechtfertigt damit, dass die Islamisten den vermeintlich wahren Islam verbreiten wollen. Wo dieses Regiment regiert, ist nach ihrer Deutung „Frieden“. Werte und Menschen, die dem entgegenstehen, dürfen dann beseitigt werden. Diese Idee von „Frieden“ widerspricht der freiheitlichen Idee des sozialen Friedens, die gerade die Würde auch des anderen Menschen achtet und jede Form vor Terror verurteilt.
Seine Rechtfertigung im Namen Gottes ist in der Geschichte kein Einzelfall und jetzt wie zu jeder Zeit kategorisch zu verurteilen. Ziel der Islamisten ist die Destabilisierung der westlichen Gesellschaften und die Verbreitung von Angst. Eine Spaltung der Gesellschaft und ein Erstarken fremdenfeindlicher Bewegungen ist ein erklärtes Ziel der Dschihadisten.

Handeln
Es muss ein Ziel der westlichen Welt sein, den so genannten ‚Islamischen Staat‘ zu beseitigen. Dafür scheint uns ein verstärkter Einsatz militärischer Mittel notwendig. Kritisch müssen die westlichen Staaten ihre eigenen Verstrickungen in Waffenhandel, Unterstützung fragwürdiger Regime (Saudi-Arabien) und dubioser Öllieferungen aus dem IS-Gebiet überdenken. Für einen nachhaltigen Frieden in muslimischen Ländern ist eine Missionierung nach westlichem Vorbild ungeeignet. Es ist dort eine Gesellschaft aufzubauen, die aus ihrer eigenen Tradition heraus eine Stigmatisierung der Dschihadisten hervorbringt. Gerade auch die entsprechenden religiösen Instanzen sind dazu nachhaltig zu unterstützen.

Um die von den Islamisten angestrebte Spaltung der Gesellschaft bei uns zu verhindern, muss offen auch über Ängste und Sorgen diskutiert werden können. Von der Politik erwarten wir etwa in der Flüchtlingskrise nicht allein Worte, sondern Wahrheiten und gangbare Wege zur Lösung. Das schafft Vertrauen und gräbt den Scharfmachern am rechten Rand das Wasser ab, die zur Destabilisierung beitragen. Wir brauchen in unserer Gesellschaft auch eine neue und transparente Verständigung über den Inhalt unserer gemeinsamen Werte. Das schafft ein Miteinander auch unterschiedlicher Kulturen unter einem transparenten Wertekonsens, der zur Zeit nicht greifbar ist. Hilfreich für Flüchtlinge kann neben Wertebildung auch ein ‚Werteguide‘ sein, der über das westliche Freiheits- und Friedensverständnis aufklärt. Menschen, die unsere freiheitlichen Grundwerte ablehnen und zur Gewalt aufrufen, sollten
konsequenter als bisher abgeschoben oder bestraft werden.

Aktuelle WLE-Positionen: Studenten der WLH zum Thema Terror
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